Schule, Ausbildung und mentales Training

Lernschwierigkeiten, Konzentrationsprobleme, Lustlosigkeit oder übermässige Prüfungsangst sind immer wieder Themen, die im Zusammenhang mit Schule, Studium oder einer anderen Ausbildung auftauchen. Man liest und hört, dass die heutigen Jugendlichen vielfach einfach keinen "Bock" auf die Schule haben und lernfaul sind, oder dass sie sich einfach nicht richtig konzentrieren können. Studenten berichten, dass sie sich seriös auf die Prüfungen vorbereitet hätten und dann am Prüfungstag ihr Wissen einfach nicht abrufen konnten. Die gleichen Jugendlichen, welche in der Schule grosse Probleme haben, kennen aber Musiktexte ihrer Lieblings-Bands oder die Ergebnisse ihrer Fussballmannschaft in- und auswendig. Daraus lässt sich leicht ableiten, welcher Faktor einen grossen Anteil am Lernerfolg hat: es ist das Interesse an einer Sache! Ist dieses vorhanden, fällt das Lernen leicht, empfindet man den Stoff aber als öde und realitätsfremd, sind Probleme vorprogrammiert. Es gilt also das Interesse und die Motivation zu wecken. Dies kann durch spielerische Lehr- und Lernformen geschehen oder durch die Verknüpfung des theoretischen Stoffes mit praktischen Beispielen. "Wozu lerne ich eigentlich das?" - Auch geeignete Lerntechniken sind wichtig und haben einen grossen Einfluss auf den Lernerfolg. Ebenso sollte einmal getestet werden, welcher Lerntyp man ist: grob unterscheidet man den visuellen (Lernen durch Sehen), den akustischen (Lernen durch Hören) und den motorischen Typen (Lernen durch Niederschreiben).

Bei Studenten habe ich öfters beobachten können, dass sie ganze Semesterferien in den Bibliotheken verbrachten und dass sie einen riesigen Lernaufwand betrieben, um dann aber bei den Prüfungen weit unter ihren Möglichkeiten zu bleiben. Aufwand und Ertrag stehen bei vielen in keinem Verhältnis zueinander. Viele Studenten leisten einen wirklich "beeindruckenden" Zeitaufwand, nur sollte das Lernen qualitativ und nicht quantitativ erfolgen - weniger ist vielfach mehr! Zudem sollte man sich nicht auf das Lernen des Stoffes beschränken, auch die mentale Vorbereitung sollte berücksichtigt werden. So wie ein Sportler physisch, taktisch und technisch optimal auf einen Wettkampf vorbereitet sein kann, um dann am Tag X aufgrund mentaler Defizite zu scheitern, kann es in ähnlicher Weise auch bei Schülern und Studenten vorkommen. Das Wissen oder die Fähigkeiten wären da, können aber aus unterschiedlichen Gründen nicht abgerufen werden. Der mentale Bereich spielt selbstverständlich auch bei einer theoretischen Prüfung eine grosse Rolle. Häufig gehen Prüfungsabsolventinnen und -absolventen aber völlig gestresst, nervös und mit einem Schlafmanko an die Prüfungen - wahrlich keine guten Voraussetzungen, um dann gut abzuschneiden...